Wanderung Roter Strand - Taxiarches - Leuchtturm

  • Taxiarches-Kapelle auf Santorin. (c) Tobias Schorr
    Akrotiri-Wanderung

    Wanderung vom roten Strand in Akrotiri zur Taxiarches-Kapelle und zum Leuchtturm.

    Santorin-Reisen

Wanderung zu uralten Vulkanen

Der berühmte, rote Strand bei Akrotiri im Mai 2009. (c) Tobias Schorr
Der berühmte, rote Strand bei Akrotiri im Mai 2009. (c) Tobias Schorr

Diese Rundwanderung beginnt am Strand von Akrotiri, führt am "roten Strand" vorbei, führt aufwärts in Richtung Dorf und dann über die Felder in Richtung Agia Markela. Ziel ist die Kapelle Taxiarches und für Wanderer mit Kondition bis zum Leuchtturm. Den Rückweg kann man auf der Strasse nach Akrotiri nehmen oder ein Taxi bestellen.

Wer gerne in Gebieten wandert, in denen man nicht dauernd andere Touristen trifft, der sollte sich die Umgebung von Akrotiri genauer ansehen! Nicht nur die berühmte, prähistorische Stadt ist interessant, sondern auch die Umgebung, wo die Menschen vor 3600 Jahren lebten.

Die Wanderung beginnt am berühmten "roten Strand" und dauert, je nachdem, ob man bis zum Leuchtturm gehen möchte und auch zu Fuß zum Dort zurückwandert, ungefähr 4-6 Stunden. Man kann die Tour auch kürzen und nach der Taxiarches-Kapelle zum Dorf zurückgehen oder die Wanderung in umgedrehter Richtung wiederholen. In der warmen Jahreszeit kann man am Strand bei der Kapelle Agia Markela baden. Der Strand ist nicht so voll, wie der "rote Strand".

Auf dieser Wanderung wird man interessante, unterseeische Laven entdecken, fossilführende Tuffe am Wegrand entdecken und in einem Tal uralte, erkaltete Magmakammern bewundern. Im Frühling ist die Region reich an seltenen Orchideen und anderen Blütenpflanzen.

Landschaftlich ist die Route nicht nur für Fotografen ein Höhepunkt, denn hier haben nur wenige Gäste jemals Fotos gemacht, weil die Touristenbusse diese Gegend noch nicht erreichen.

Für Verpflegung ist auch gesorgt, denn die Tavernen "Kali Kardia", "Kapitän Dimitris" und auch die am Leuchtturm sind immer geöffnet. Trotzdem sollte man neben einem Sonnenschutz auch genug Trinkbares mitnehmen.

Ungefährer Verlauf der Route

Das Höhenprofil des Rundwanderwegs aus Google Earth View
Das Höhenprofil des Rundwanderwegs aus Google Earth View

Der Weg benötigt etwas Ausdauer und Trittfestigkeit. Man sollte auf jeden Fall gute Wanderstiefel oder Wanderschuhe dabei haben. Mit Turnschuhen ist die Wanderung nicht zu empfehlen, da es oft steinig oder sandig ist! Die Steigung nach dem roten Strand benötigt etwas Geduld und Ausdauer und bei heißem Wetter ist sie nicht so zu empfehlen. Dann könnte man auch oben im Dorf loswandern und den roten Strand erst auf dem Rückweg besuchen. Es ist nützlich, sich die Route auf Google Earth View genauer vor der Tour anzusehen!

Datei für Google Earth View mit der Route

Start an den Ausgrabungen in Akrotiri

Die Küste von Akrotiri. (c) Tobias Schorr
Die Küste von Akrotiri. (c) Tobias Schorr
Der halbe Vulkan vom "roten Strand" bei Akrotiri. (c) Tobias Schorr
Der halbe Vulkan vom "roten Strand" bei Akrotiri. (c) Tobias Schorr
Blick auf den roten Strand vom höhergelegenen Wanderweg aus. (c) Tobias Schorr
Blick auf den roten Strand vom höhergelegenen Wanderweg aus. (c) Tobias Schorr

Die Wanderung kann man an den Ausgrabungen der minoischen StadtMinoische Ausgrabung Akrotiri, nach dem Besuch dieser, beginnen. Dorthin fährt auch der KTEL-Bus. Am schönsten geht es am Strand an den Tavernen vorbei, bis man die Treppe vom Restaurant Delfini erreicht. Dort kann man hochgehen und dann an der Strasse entlang zum roten Strand kommen oder man kraxelt am Strand weiter und geht dann am Ende zum Parkplatz hoch.

Der "rote Strand" und die Aussichtsplattform dort, sind natürlich noch ein letzter Schreck des Massentourismus. Jeder "muss" das gesehene haben. Zu 0-8-15-Touri-Sirtaki-Musik macht jeder ein Selfie und dann gehts zurück in den Buss.

Wir halten uns rechts und klettern vorsichtig den Pfad runter zum Strand. Die Wände des ehemaligen, vulkanischen Schlackekegels sind brüchig und man hält sich besser nur kurz in ihrer Nähe auf. Steinschlag ist jederzeit möglich. So wundert es einem, dass viele Touristen die Schilder missachten und sich in direkter Nähe der Steilwand sonnen...

Im rotbraunen Sand oder Kies des Strands kann man ab und zu kleine, weiße oder rötliche Achate finden. Am Ende des Strands befindet sich eine kleine Bar mit Erfrischungen. Dort geht man durch und folgt dann dem betonierten Fahrweg aufwärts.

Der Weg ist recht steil und manche untermotorisierten Leihwägen bekommen hier ernste Probleme. Dafür ist fast kein Verkehr. Ganz selten kommt so ein nerviges Quad vorbei.

Es ist erst mal kein großer Spaß, diesen steilen Weg bei höheren Temperaturen zu erwandern.

Dafür gibt es am Wegrand uralte Blasen, die entstanden, als Kissenlava am Meeresgrund austrat und Dämpfe die Lavadecken aufwölbten. IN den Laven findet man ab und zu kleine Zeolith-Kristalle und Opalüberzüge (Glasopal, sogenannter Hyalith).

Die Landschaft ist beeindruckend! Bald kommt man an helle, vulkanische Tuffe, die am Meeresboden abgelagert wurden. Die ganze Region wurde durch aufsteigende Magmakammern aus dem Meer gehoben. An manchen Stellen kann man fossile Austern oder sogar Seeigel finden. In plattig brechenden Tuffschichten können sogar Fischskelette zu finden sein!

So bald man die Kreuzung mit der Kapelle Agi Pantes (rechts) erreicht, hält man sich links und wandert weiter aufwärts, bis links am Berghang eine überwachsene Schutthalde erreicht ist. Dort geht es ein paar Meter runter und man ist auf einem uralten Pfad am Berghang. Diesem folgt man nun.

Uralte Tuffe und tolle Aussichten

Einer der Dreschplätze und ein Blick auf den roten Strand. (c) Tobias Schorr
Einer der Dreschplätze und ein Blick auf den roten Strand. (c) Tobias Schorr
Die Landschaft von Süd-Akrotiri. (c) Tobias Schorr
Die Landschaft von Süd-Akrotiri. (c) Tobias Schorr
Grünliche Tuffe am Wegrand. (c) Tobias Schorr
Grünliche Tuffe am Wegrand. (c) Tobias Schorr

Der Weg führt bald an einen kleinen Pass mit zwei uralten Dreschplätzen, die sicher schon seit Jahrhunderten in Betrieb sind und für den Weizen oder die Fava-Bohnen benutzt wurden. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick über die Südküste Santorins bis weit zum Profitis Ilias Gipfel. Man folgt dem Pfad immer weiter nach unten. Irgendwann erreicht man blendend weiße Klippen aus Tuff. Hier muss man etwas detektivisch vorgehen. Hier gabelt sich der Weg.

Links geht es an weiteren Klippen bergab zu den Feldern und zur Kapelle Agia Markela, rechts in den oberen Teil des Tals. Ab und zu gibt es kleine orange Punkte auf Steinen. Wenn man sie findet, ist man nicht ganz falsch. Die Google Earth Kmz-Datei ist hilfreich, um sich vorher schon zu orientieren.

Linker Weg zur Agia Markela

Die säulenförmig erkaltete Lava bei Agia Markela auf Santorin. (c) Tobias Schorr
Die säulenförmig erkaltete Lava bei Agia Markela auf Santorin. (c) Tobias Schorr
Das Tal bei der Agia Markela Kapelle. (c) Tobias Schorr
Das Tal bei der Agia Markela Kapelle. (c) Tobias Schorr
Die Kapelle Agia Markela bei Akrotiri. (c) Tobias Schorr
Die Kapelle Agia Markela bei Akrotiri. (c) Tobias Schorr

Wenn wir uns links halten, kommen wir durch einen Weg an weiteren weißen und grünlichen Tuffwänden. Man hält sich auf dem Weg, denn wenn man ohne Orientierung rechts läuft, gibt es steile Abbrüche!
Ziel ist ein kleines Häuschen am östlichen Feldrand. Vorsicht, denn die Steinchen können rutschig sein! Hat man das Feld erreicht, so sollte man rechts die Felsen ins Auge nehmen! Hier gibt es - auf der ganzen Insel einmalig - säulenmäßig erkaltete Lava!
Man wandert nun über das Feld zur gegenüberliegenden Kapelle Agia Markela. In der Hauptsaison gibt es am Strand ein kleines Café. An der Kapelle kann man evtl. einen Wasserhahn finden, um sich zu erfrischen. Hier liegt auch der Bauernhof von Margarita Alefragki und ihrem Mann Nikos. Sie stellen all das her, was man frisch in der Taverne "Cave of Nikolas" genießen kann...
Weiter geht die Route nun auf der staubigen Erdstrasse. Interessant sind die Ascheschichten am Wegrand und die Bims-Vorkommen, die etwa 10.000-30.000 Jahre älter sind, als die der minoischen Eruption von 1627 v.Chr.
Es geht an einem Ziegengehöft vorbei, bei dem Hunde bellend glauben, sie müßten etwas verteidigen. Keine Angst! Sobald Sie so tun, als ob Sie einen Stein in die Hand nehmen, hauen die Hunde ab.
(Geht man die rechte Route kommt man auch hierher!).

Rechter Weg zu den Magmakammern

Die Magmaintrusionen bei Agia Markela auf Santorin. (c) Tobias Schorr
Die Magmaintrusionen bei Agia Markela auf Santorin. (c) Tobias Schorr
Blick auf den Hügel Taxiarches, der auch von Magmakammern aus dem Meer gehoben wurde. (c) Tobias Schorr
Blick auf den Hügel Taxiarches, der auch von Magmakammern aus dem Meer gehoben wurde. (c) Tobias Schorr
Säulenförmig abgekühltes Magma und helle Tuffe darüber. Agia Markela auf Santorin. (c) Tobias Schorr
Säulenförmig abgekühltes Magma und helle Tuffe darüber. Agia Markela auf Santorin. (c) Tobias Schorr

Wenn man oben bei den Tuff-Felsen den rechten Weg wählt, gelangt man in den mittleren Teil des Tals. Irgendwann sieht man rechts eine kleine Zisterne. Man folgt dem Weg, bis man die Felder zwischen den auffälligen Hügeln erreicht hat. Man könnte auch in nördlicher Richtung dem Pfad folgen und käme dann zu einer Kapelle und einem Bauernhof und zur Strasse nach Akrotiri.
In diesem Fall bleiben wir aber im Tal.

Unser Ziel ist bei beiden Routen der Hügel Taxiarches gegenüber. Die auffälligen, dunkelbraunen Hügel mit ihrer säulenförmig erstarrten Lava sind abgekühlte Magmakammern. Die Erosion und die Hebung des Gebiets hat sie freigelegt. Normalerweise lägen sie in einer Tiefe von mehreren hundert Metern. Eine einmalige Gelegenheit, ihr Gestein aus der Nähe zu betrachten. Es unterscheidet sich sehr von dem, was wir von den modernen Vulkaninseln Nea Kameni und Palea Kameni kennen. Ihr Magma hatte viel Zeit zum Abkühlen und ist großporig und verwittert auch schneller.

Solche Magmakammern haben die Region Akrotiri an vielen Stellen aus dem Meer gehoben. All das passierte schon vor 1-2 Millionen Jahren.

Der Hügel mit der Kapelle Taxiarches

Die Taxiarches-Kapelle bei Akrotiri. (c) Tobias Schorr
Die Taxiarches-Kapelle bei Akrotiri. (c) Tobias Schorr
Die kleine Zisterne an der Kapelle mit kühlem Trinkwasser. (c) Tobias Schorr
Die kleine Zisterne an der Kapelle mit kühlem Trinkwasser. (c) Tobias Schorr
Fossile Schale aus dem Tuff bei der Taxiarches-Kapelle. (c) Tobias Schorr
Fossile Schale aus dem Tuff bei der Taxiarches-Kapelle. (c) Tobias Schorr

Das erste und schönste Hauptziel der Wanderung ist der Hügel mit der Kapelle Taxiarches, den man auf beiden Routen erreicht. Es ist vielleicht etwas beschwerlich, dem Fahrweg aufwärts zu folgen, aber man kann ja dann, bevor man die Hochfläche der Weinfelder erreicht, links zur Kapelle hochgehen. Dort ist ein idealer Ort für eine Pause! In der Nische mit der Ikone gibt es eine kleine Zisterne, aus der man Trinkwasser schöpfen kann.
Die Aussicht auf das Westkap von Santorin mit seinem Leuchtturm und die Bucht Mesa Pigadia ist sehenswert!

Um die Kapelle herum kann man Fossilien entdecken, die im weißen Tuff stecken. Der ganze Hügel wurde durch Magmakammern, wie im Agia Markela Tal gehoben. Die weißen Tuffe waren also Meeresboden!

Die Wanderung kann man nun auf dem Fahrweg in Richtung Hauptstrasse weiterführen. Erreicht man die Strasse und geht dann noch ein bißchen links weiter, erreicht man die gute Taverne "Kali Kardia".
Will m an bis zum Leuchtturm weitergehen, nimmt man die dritte Abzweigung links, folgt einem Tälchen, bis man deutlich weiße Bims-Klippen erreicht. Hier steigt man nun rechts auf die Weinfelder hoch und hält sich in westlicher Richtung.

Man kann über die Felder wandern und achtet eben darauf, keine Weinreben zu verletzen. Ein Blick auf den Boden kann interessant sein, weil es oft minoische und antike Keramikreste zu finden gibt. Nur Anschauen, nicht mitnehmen. Denn das könnte am Flughafen Ärger geben.
Man orientiert sich in westlicher Richtung zu Taverne "Kapitän Dimitris" und kommt dann wieder auf die Strasse zum Leuchtturm. Nach einer Pause in der Taverne, kann man sich überlegen, ob man noch bis zum Leuchtturm begibt. Das sind ca. 20-30 Minuten von der Taverne.
Für den Rückweg kann man sich ein Taxi bestellen. Oder man wandert am Rande der Strasse nach Akrotiri zurück (ca. 1h).

Der Leuchtturm

Der Leuchtturm von Akrotiri. (c) Tobias Schorr
Der Leuchtturm von Akrotiri. (c) Tobias Schorr
Blick auf den gehobenen Meeresboden am Leuchtturm. (c) Tobias Schorr
Blick auf den gehobenen Meeresboden am Leuchtturm. (c) Tobias Schorr
Die jüngeren Bimsschichten am Leuchtturm. (c) Tobias Schorr
Die jüngeren Bimsschichten am Leuchtturm. (c) Tobias Schorr

Ob es sich lohnt, noch bis zum Leuchtturm zu wandern, muss jeder selbst entscheiden. Es ist nach der langen Tour etwas auszehrend. Einsam ist der Ort nicht mehr, da er zu den Top-Ausflugszielen Santorins zählt und ganze Busladungen zu ihm fahren. Geologisch interessant ist er, weil er auf den ältesten, vulkanischen Gesteinen steht und auch uralter Meeresboden zu besichtigen ist. Wer dem Pfad an die Spitze folgt, sollte vorsichtig und schwindelfrei sein. Am Rand geht es tief runter und ein Absturz könnte fatal sein.