Das gelbe Gold von Santorin - die Fava-Erbsen

  • Favafeld bei Akrotiri. (c) Tobias Schorr
    Fava - eine uralte, gelbe Erbse macht Karriere!

    Die Fava-Erbse gehört nicht nur zur Insel Santorin, sondern ist im gesamten östlichen Mittelmeerraum eine uralte Bereicherung der Nahrung.

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Eines der ältesten Nahrungsmittel: Die Fava-Erbse

Eine der schönsten Szenen, die ich auf Santorin beobachten konnte: Das Dreschen der Fava-Bohnen bei Akrotiri. Heute sind solche Szenen selten, da man im Tourismus mehr verdient. (c) Tobias Schorr
Eine der schönsten Szenen, die ich auf Santorin beobachten konnte: Das Dreschen der Fava-Bohnen bei Akrotiri. Heute sind solche Szenen selten, da man im Tourismus mehr verdient. (c) Tobias Schorr

Die gelben Erbsen der Fava-Bohne gibt es im gesamten, östlichen Mittelmeerraum und bis in den Nahen Osten. Zusammen mit Linsen, dürfte die Fava-Erbse zu den ältesten Nahrungsmitteln der Menschheit gehören. Im Museum für die prähistorische/minoische Vergangenheit Santorins gibt es in einer Vitrine sogar mehr als 3600 Jahre alte, verkohlte Favaerbsen, die man in der Ausgrabung von Akrotiri gefunden hat.

Die Fava-Erbse hat das Überleben der Inselbewohner seit Jahrtausenden gesichert und oft gab es im täglichen Mahl nicht viel mehr, als Favabrei, Weizen und Fisch. Fleisch konnten sich arme Leute nur an wichtigsten Kirchenfesten im Jahr "leisten".

Der Fava-Brei ist auch in der Fastenzeit vor Ostern bei den Griechen sehr beliebt und es gibt zahlreiche Rezepte, die lokal unterschiedlich sind. Es gibt den einfachen Brei, der mit etwas Olivenöl und Zwiebel gereicht wird und es gibt andere Varianten mit gerösteten Zwiebel, Kapern, Krithamon und andern Zutaten.

In Andreas Deffners Kochbuch "Kulinarische Streifzüge durch Griechenland - Fava" findet man zahlreiche, ungewöhnliche Rezeptideen, die diese gesunden Erbsen veredeln.

Die Favabohne wird meist im Juni geerntet und die Dreschplätze dazu findet man an vielen Stellen auf Santorin. Es ist ein großes Glück, dabei zu sein, wenn man mit Eseln und Maultieren das Stroh von den gelben Erbsen trennt. Fast nur noch ältere Bauern beschäftigen sich mit der Landwirtschaft, da die jüngeren Bewohner Santorins ihr Glück lieber im Tourismus suchen.
Dadurch sind Favaerbsen auf Santorin teilweise extrem überteuert, wenn man sie in Ökoläden oder Supermärkten kaufen will. Bis zu 12 € kann ein 500gr-Säckchen kosten. Die Fava von Santorin soll wegen dem vulkanischen Boden besonders schmackhaft sein. Aber auch Fava-Erbsen aus anderen Ländern können - wenn sie in die Hände eines guten Kochs gelangen - lecker zubereitet werden.

In meinen Lieblings-Tavernen bestelle ich auf Santorin meist die "Fava pantremeni" mit gerösteten Zwiebeln und dazu Tomatokeftedes - das ist ein idealer Snack auf Wanderungen!

Fotos der Fava

Ein Fava-Feld bei Akrotiri im Frühling. (c) Tobias Schorr
Ein Fava-Feld bei Akrotiri im Frühling. (c) Tobias Schorr
Fava-Blüten (c) Tobias Schorr
Fava-Blüten (c) Tobias Schorr
Beim Dreschen im Juni. (c) Tobias Schorr 2008
Beim Dreschen im Juni. (c) Tobias Schorr 2008
Ein Bauer mit Fava. (c) Tobias Schorr
Ein Bauer mit Fava. (c) Tobias Schorr
Hier wird die Fava im Wind von der Spreu getrennt. (c) Tobias Schorr 2008
Hier wird die Fava im Wind von der Spreu getrennt. (c) Tobias Schorr 2008
Hier wird bei Pyrgos die Fava im Wind von der Spreu getrennt. (c) Tobias Schorr 2008
Hier wird bei Pyrgos die Fava im Wind von der Spreu getrennt. (c) Tobias Schorr 2008
Fava-Erbsen sind am Anfang grün-grau. (c) Tobias Schorr
Fava-Erbsen sind am Anfang grün-grau. (c) Tobias Schorr
Ein typisches Ostermahl mit Favabrei, Salat und einem roten Ei. (c) Tobias Schorr
Ein typisches Ostermahl mit Favabrei, Salat und einem roten Ei. (c) Tobias Schorr
Der gelbe Fava-Brei ist gesund und bekömmlich. (c) Tobias Schorr
Der gelbe Fava-Brei ist gesund und bekömmlich. (c) Tobias Schorr
In solch einem Sack wurde schon vor 3600 Jahren Fava aufbewahrt. Museum Thira. (c) Tobias Schorr
In solch einem Sack wurde schon vor 3600 Jahren Fava aufbewahrt. Museum Thira. (c) Tobias Schorr
Verkohlte Fava-Erbsen aus der minoischen Ausgrabung von Akrotiri auf Santorin. (c) Tobias Schorr
Verkohlte Fava-Erbsen aus der minoischen Ausgrabung von Akrotiri auf Santorin. (c) Tobias Schorr