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Tag 6 der Santorin-Reise mit Tobias Schorr
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 Die Dorfkirche von Pyrgos ist auf antiken Resten erbaut
| Pyrgos ist ein Dorf, das wie eine Burg auf einer Bergspitze über Santorin thront. Und tatsächlich war der oberste Teil des Ortes früher eine Schutzfestung, in der sich die Bewohner bei Seeräubergefahr flüchten konnten. Durch die kleinen Gassen geht’s aufwärts und oben zeigt Tobias ein paar Mauerreste, die eindeutig bezeugen, dass auf dem Gipfel auch in antiker Zeit Gebäude gewesen sein müssen. Die kunstvoll behauenen Marmorsteine und ein paar Säulenreste sind der Beweis. In Griechenland ist das eigentlich normal, dass auf einem Berggipfel immer ein Tempel oder eine Festung (Akropolis) lag. Auf dieser Wanderung wird der Reiseleiter noch viele antiken Reste vorstellen und auf dem Wanderweg treffen alle erst einmal auf eine uralte Tradition der Santoriner. 

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 Die gelben Erbsen haben anfangs eine grünlich-graue Schale. Fava ist eine berühmte Spezialität der Insel Santorin.
| Zwei Bauern stehen auf einem runden Dreschplatz und trennen das Korn von der Spreu. In diesem Fall ist es kein Weizen, sondern die gelben Erbsen, die hier auch Fava genannt werden. Sie hat man als verkohlte Reste schon in den minoischen Trümmern von Akrotiri gefunden. Also wird diese Erbsenart schon mehr als 4000 Jahre genutzt. Und abends ist das immer eine wohlschmeckende und gesunde Beilage, wenn der gelbe Erbsenbrei mit Olivenöl und Zwiebeln gereicht wird. Nachdem Tobias ein paar Minuten mit den Bauern über diese wertvolle Tradition gesprochen hat, geht’s bergauf weiter und an einem ehemaligen Kloster vorbei. 

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 Die Wandergruppe am Profitis Ilias Gipfel
| Am Wegrand gibt es bis zu 2 m hohes Steckenkraut, wilden Fenchel und Thymianbüsche. Heute hängen die Wolken tief und so ist der Geruch der Wildkräuter sehr stark. Es geht immer weiter hoch, bis die Strasse zum höchsten Gipfel der Insel erreicht ist. Dort gibt es ein Kloster und einen neuen Klostergarten mit einer kleinen, schönen Kapelle. In einem offenen Laden kann man sich Likörwein und religiöse Literatur kaufen und hinterlässt das verlangte Geld einfach in einem Holzschlitz. Toll, welches Vertrauen die Mönche des nahen Klosters in ihre Besucher investieren! Hinter dem Kloster steht eine hässliche Radarstation der griechischen Luftwaffe und kurz vor ihr geht es an einem steilen Hang weiter. Im Frühling gibt es hier seltene Orchideen und sogar Edelweiß. Nach etwa 100 Metern hat Tobias ein Rätsel für seine vier Gäste. Irgendetwas sollen sie auf einem Felsen vor ihm erkennen. Gar nicht so einfach, denn dort kann man nur bei genauem Hinsehen einen Fuß erkennen, der wohl in antiker Zeit in einem Marmorfelsen eingemeißelt wurde. 

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 Die Steilwand, an der ein riesiges Gebiet abrutschte
| Auf einem Pfad geht es durch einen winzigen Pinienwald, über eine Bimshalde und dann zick-zack auf einem kurvigen Weg bergab. Auf der anderen Seite kann man schon von weitem den Hügel Sellada erkennen, auf dem die antike Stadt Thera erbaut wurde. Bis dahin sind es noch etwa zwanzig Minuten und erst mal bestaunen die Gäste ein geologisches Detail, das nur ein Kenner wirklich begreift. Eine riesige Felswand ist wie mit dem Messer geschnitten und fast glatt. Hier kommt Tobias zum Einsatz und erklärt, dass es sich um einen Grabenbruch handelt. Das bedeutet, dass hier in der Umgebung ein Teil des Berges in die Tiefe gerutscht ist. Wahrscheinlich bei einem großen Erdbeben. Auch gegenüber am Eingang zur Akropolis können die Gäste das erkennen. Ein Stück „lebendiger“ Tektonik. Und jeder versteht schnell, wieso es in Griechenland so viele Erdbeben gibt. Da versinkt nämlich ein Teil der nordafrikanischen Platte unter Europa. Das geschieht im Tiefseegraben südlich von Kreta. Die aufgeschmolzenen Gesteine steigen dann in einer ringförmigen Zone nördlich der Insel Kreta in Form von Magmablasen und Vulkanen (Methana, Milos, Santorin und Nisyros sind aktive Vulkane) wieder an die Erdoberfläche. Und diese Kräfte erzeugen Spannungen und Risse in der Erdkruste, die sich immer wieder in verheerenden Erdbeben äußern.

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 Ein Delphin-Relief und ein Portrait des Artemidoros
| Am Weg, der auf den Gipfel der antiken Stadt Thera führt, liegt das Artemidoros-Heiligtum, das jetzt am Morgen in idealem Licht liegt. In den Kalkstein sind mehrere große Reliefs gemeißelt. Diese symbolisieren wichtige antike Gottheiten: Ein Delfin für den Gott des Meeres, Poseidon. Ein Löwe, der den Gott Apollon darstellt und ein Adler, der den Göttervater Zeus verkörpert. Neben allem ist ein Portrait des Feldherren Artemidoros zu sehen. Dieser Platz gehört zu den schönsten antiken Stätten Griechenlands. Weiter oben spaziert Tobias mit den Gästen durch den ehemaligen Markt mit seinen Geschäften und kommt dann zum kleinen Amphitheater. Es ist schön zu sehen, dass man versucht, die Ausgrabungsstätte zu erhalten und manche Gebäude teilweise zu rekonstruieren. Die Atmosphäre auf diesem Gipfel ist beeindruckend. Man blickt über die Insel, erkennt die Strände von Kamari und Perisa und kann ab und zu beobachten, wie ein Jet auf dem kleinen Flugplatz der Insel landet. Irgendwann steigt die Gruppe in Richtung Perisa hinunter. Vorher zeigt Tobias noch eine Stelle, an der man vor ein paar Jahren eine riesige, antike Statue gefunden hat. Unten in Perisa erholen sich alle am tiefschwarzen Strand und genießen das Bad in der klaren Ägäis.
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