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Tag 5 der Santorinreise mit Tobias Schorr
Ganz früh am Morgen trifft sich die Gruppe mit Sostis am Strand von Akrotiri. Sein Boot ist ideal für jedes Wetter und man hat sogar ein Sonnendach für heiße Tage. Es geht direkt in die Mitte der Kaldera. Dort ist die jüngste Vulkaninsel Griechenlands das Ziel. Vor den Touristenmassen anzukommen ist ein Highlight, denn so kann Tobias die Gruppe in Ruhe zu allen interessanten Punkten führen. Im kleinen Hafen der Insel legt Sostis an und es geht steil einen Lavapfad bergauf. Das erste Ziel ist der Krater, der im 15 Jahrhundert als erster die Insel Mikri Kameni bildete, dann geht es an dem Explosionskrater Daphni vorbei und zum Georgios-Krater. Dort steigt Tobias in den ehemaligen Krater und bringt ein Stück kristallinem Schwefel von den Fumarolen mit. An diesen heißen Gasaustritten wächst Schwefel in einer Form, die Schneekristallen ähnelt. Etwa 50 Meter davon befindet sich der Austrittspunkt der Lava von 1950 – ein Meer aus tiefschwarzen, schuppigen Lavafelsen. Ein Krater ist nicht erkennbar. 
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 Die Bucht mit Thermalquellen
| Vom höchsten Punkt der Insel Nea Kameni gibt es einen Blick auf die etwas ältere Vulkaninsel, die zum ersten Mal 46 n.Chr. an die Meeresoberfläche gelang und heute Palea Kameni genannt wird. Sie ist später das Ziel für eine längere Pause. Davor geht’s zum Boot zurück und Sostis fährt in eine abgelegene, enge Bucht der Insel Nea Kameni. Gar nicht so leicht, da mit dem Boot einzufahren. Aber der Kapitän ist das gewohnt. Dort hat Sosti eine Anlegestelle gebaut, an der er Massagen und Meditation anbietet. Er macht das Boot fest und, wer will, springt ins Wasser. Denn überall ist der rötlichbraune Boden mit warmen Gasaustritten bedeckt. Und der eisenhaltige Schlamm ist ein ideales Hautpflegemittel. Tagmar, Traude, Ingo und Udo genießen die warmen Quellen und ohne Hast kann man sich hier erholen. 

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 Die Bucht mit Sostis Thermalquellen
| Nach einer Stunde hat jeder genug und es geht rüber zur Hausinsel von Sostis. Er ist quasi der einzige Vulkanbesitzer Griechenlands und auch der einzige menschliche Bewohner von Palea Kameni. Ganz alleine ist er nicht und bei Ankunft in seinem Hafen grüßt schon mit lautem Bellen Sokrates. Sein Hund ist trotz Leibesfülle noch als Schäferhund erkennbar. Er freut sich über die seltenen Besucher. Über eine Treppe geht es zu einer kleinen Bucht, an der Sosti ein Häuschen mit einem Schattendach gebaut hat. Auch dort gibt es Thermalquellen, aber alle haben erst mal genug vom Heilwasser. Auf dem Tisch gibt’s mitgebrachte Tomaten, Zwieback und Sostis selbstgemachten Ziegenkäse. Dazu wird Sostis leckerer Hauswein gereicht.
 Ab und zu wird die Stille von herabfallenden, schieferartigen Lavastücken unterbrochen. Sostis verlässt die Gruppe, denn seine Ziegen kommen zurück und wollen frisches Wasser. Man staunt, an welchen steilen Felsen die Ziegen herabsteigen. Wie Akrobaten springen sie von Fels zu Fels. Inzwischen hört man ein Touristenschiff, auf dem die Reiseleiterin über Lautsprecher Informationen über die Bucht mit den Thermen herunterleiert. Hier können die Touristen dann mal schnell schwimmen. Die „heißen“ Thermalquellen sind ihr Ziel. Ein Dutzend neugieriger Leute springt ins Wasser und es gibt einen Wettkampf, wer zu erst in der roten Bucht ist. Die Ruhe am Picknickplatz ist dahin und Tobias lästert mit seiner Gruppe über die gehetzten Massen, die nun das klare Wasser in eine rötliche Brühe verwandeln. Schon nach wenigen Minuten werden die hektischen Besucher per Trillerpfeife oder Schiffshorn zurückgeholt. Es dauert kaum zwanzig Minuten und das nächste Ausflugsboot kommt in der Bucht an und das Schauspiel wiederholt sich. Tobias und seine vier Gäste begreifen, dass ihre Tour im Gegensatz zu diesen Massenausflügen ein ganz exklusives Erlebnis ohne Hektik ist.
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 Der kleine Kratersee auf Palea Kameni
| Sie haben viel Zeit, um Palea Kameni zu erkunden und als nächstes zeigt ihnen Tobias den Kratersee eines Vulkanausbruchs um 726 n.Chr. Im tiefgrünen Kratersee will Sostis Langusten ausgesetzt haben. Ob sie im schwefelhaltigen, trüben Wasser überlebt haben, ist ein begründeter Zweifel. Der Vulkanausbruch dieses Kraters muss damals Asche bis nach Kleinasien getrieben haben und auch in Zukunft sind Vulkanausbrüche auf Nea Kameni und auf Palea Kameni möglich. Ob sich Sostis dieser Gefahr wirklich bewusst ist? Jederzeit kann das kleine Paradies, das er geschaffen hat, zerstört werden. Zumindest lässt ihn die griechische Bürokratie bisher ohne Probleme auf dieser einsamen Insel leben. Er hat dort Gärten, Zisternen und kleine Häuschen gebaut. In einem lebt er an dem kleinen Naturhafen und träumt davon eine nette Touristin kennenzulernen, die mit ihm auf seinem Vulkan leben möchte… Am späten Nachmittag geht’s nach Akrotiri zurück und am Abend erinnern sich alle bei leckerem Wein und Margaritas Tomatokeftedes an den tollen Ausflug.
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