Santorini-Homepage   DIE VULKANINSEL SANTORIN IN GRIECHENLAND   q
Minoan excavations of Acrotiri (c) T.Schorr
A nice break at Santorini (c) T.Schorr
Spring at Prophitis Ilias on Santorini (c) T.Schorr
Sunset over the volcano island of Nea Kameni (c)T.Schorr
St. George church at Santorini (c) T.Schorr
A lava rock on Santorini volcano island (c) T.Schorr
Sulfur crystals from Georgios crater on Nea Kameni volcano island (c) T.Schorr
Sonne, Meer und Vulkane
Deutsche Version Deutsch | English version English | Ellinika Ελληνικά
Tag 3 der Santorinreise mit Tobias Schorr

Bims-Schichten im Steinbruch

Bims-Schichten im Steinbruch
Heute geht es nach dem Frühstück zu einem ehemaligen Bimssteinbruch, der bis in die siebziger Jahre in Betrieb war. Bims war eines der wichtigsten Produkte der Insel und wurde als Zusatzstoff für hydraulischen Zement auch für den Bau des Suez-Kanals verwendet.
Der Abstieg in den ehemaligen Steinbruch ist etwas steil, aber alle schaffen das ohne Probleme. In dem Meer aus Felsen, Sanddünen und bei Steilhängen kann Tobias viele geologische Details erklären. Es gibt zum Beispiel die Grenzschicht des minoischen Vulkanausbruchs im Jahr 1627 v.Chr. zu entdecken. Hier sieht man den ursprünglichen Boden und darüber bis zu 60 m hellweißen Bims. Genau in dieser dünnen Grenzschicht findet man Reste der ersten europäischen Hochkultur. Die Minoer waren eine Supermacht, die damals das Mittelmeer beherrschte und deren Kunst sich in den Ausgrabungen von Akrotiri dokumentiert.

Minoische Reste aus dem Steinbruch

Minoische Reste aus dem Steinbruch
Und auch diesmal klappt es!
Ein kleines Messerchen aus Obsidian wird gefunden. Ein tolles Gefühl, etwas in den Händen zu halten, das vor 4000 Jahren ein wichtiges Werkzeug war. Und weitere Entdeckungen folgen. Es gibt eine Stelle, an der man auf dem Boden weiße Verästelungen erkennt. Dies sind fossile Wurzeln, die irgendwann von vulkanischer Asche bedeckt wurden. Eine der Sehenswürdigkeiten ist die bis zu 40 m hohe Wand aus dem Bims der minoischen Eruption. In ihr kann man auch größere Felsen entdecken, die bei dem Ausbruch um 1627 v.Chr. aus dem Krater geschossen wurden. Dass diese vulkanischen Bomben noch heute gefährlich werden können, erleben wir einige Minuten später, als wir die Felswand verlassen haben. Einer der Felsen löst sich aus der Felswand, unter der wir Minuten vorher standen und kracht in die Tiefe. Wir haben großes Glück gehabt und in Zukunft wird da keine Gruppe mehr in direkte Nähe gebracht. Erst, als wir abends wieder im Hotel sind und Tobias ins Internet kommt, erfährt er, dass es an diesem Tag ein Erdbeben gab und deshalb wohl auch der Felsbrocken locker wurde.

Kaldera-Fenster von Santorin

Kaldera-Fenster von Santorin
Die Wanderung führt die Gruppe über ein paar Felder und bald zu einem kleinen Plateau. Dort wartet schon einen nette Frau, in deren Supermarkt Tobias vorher Zutaten für ein Picknick bestellt hatte. So nimmt sich jeder eine Tüte, denn in einer Bucht wird es später ein leckeres Mittagessen geben.
Gleich geht der kleine Pfad in die Tiefe, führt durch einen tiefen Hohlweg im Bims und erreicht eine kleine Kapelle. Vorher bestaunen alle ein natürliches Fenster, das der Wind aus dem lockeren Bims geblasen hat. Hier hat man einen eingerahmten Blick der Kaldera von Santorin.
Gleich geht der kleine Pfad in die Tiefe, führt durch einen tiefen Hohlweg im Bims und erreicht eine kleine Kapelle. Vorher bestaunen alle ein natürliches Fenster, das der Wind aus dem lockeren Bims geblasen hat. Hier hat man einen eingerahmten Blick der Kaldera von Santorin. Durch die zahllosen Asche- und Lavaschichten geht es immer tiefer in die Kaldera hinab. Bald erreicht die Gruppe einen Punkt, an dem man die ältesten Gesteine der Insel Santorin bestaunt. Uralte Glimmerschiefer und Kalk waren schon viele Millionen Jahre vor den ersten Vulkanen hier.

Blick auf die Küste innerhalb der Kaldera

Blick auf die Küste innerhalb der Kaldera
Allmählich hat man einen Blick auf Terrassenfelder, die bis vor wenigen Jahren mit Weizen, Gemüse und Fava-Erbsen bebaut wurden. Es gibt ein paar runde Dreschplätze und sogar eine Palme. Unten an der Felsküste stehen ein paar einsame Häuschen und in den steilen Fels ist eine weitere Kapelle gebaut. Das ist das Ziel. Unter einem der Häuschen gibt es eine bedachte Terrasse und einen Tisch. Dort bereiten wir unser Picknick vor. Es gibt kretischen Zwieback, den man vor dem Genuss mit Wasser aufweicht, Tomatensalat mit viel Kapern und natürlich typischen Wein aus Santorin. Bis vor wenigen Jahren trafen Tobias und sein Partner Tom Pfeiffer hier noch Katerina und ihren Mann Parthenios. Sie bereiteten immer leckere Spezialitäten zu, wenn Tom und Tobias mit ihren Wandergruppen hier Pause machten. Leider starb vor wenigen Jahren Parthenios und so ist auch das Geschichte.
Trotzdem ist jeder Ausflug in diese wenig bekannte Ecke der Insel Santorin weiterhin ein Höhepunkt der Santorin-Wanderstudienreisen.

Tobias Schorr im Heilbad, das Parthenios gebaut hat.

Tobias Schorr im Heilbad, das Parthenios gebaut hat.
Auch dieses Mal genießt jeder die Ruhe und das kristallklare Wasser ist ideal, um sich von der Wanderung zu erfrischen. Später geht es noch in die kleine Bucht, in der Parthenios ein kleines Bad eingerichtet hat. In ihm fließt warmes Thermalwasser in ein kleines Becken. Daneben kann man sogar Kupfermineralien wie Malachit entdecken, die einige der Felsen überziehen. Mineralogisch ist diese Gegend sehr interessant, denn in den ältesten Gesteinen Santorins gibt es sehr seltene Talk-Vorkommen und man muss aufpassen, wohin man tritt. Talk ist ein Schmiermittel und schnell ist man auf einer Talk-Ader ausgerutscht. In der minoischen Zeit bekamen wertvolle Vasen durch Talk einen weißen Überzug. Noch heute kann man einige davon im neuen, archäologischen Museum in Thira besichtigen.
Abholung durch Sostis Boot

Abholung durch Sostis Boot
Gegen Nachmittag wird ein kleiner, orange Punkt auf dem Meer gesichtet. Es ist Sostis, ein Freund von Tom und Tobias, der die Gruppe von der abgelegenen Küste abholt. Er ist der einzige, der sich traut, mit seinem Boot an der Felsenküste anzulegen. Bald geht es los und er tuckert an der Küste entlang. Jetzt kann man viele Lavaschichten der Kalderawand und alte Fördertürme der Bimsgewinnung aus der Nähe betrachten. An einem Strand bei Akrotiri legt er an und Tagmar, Traude, Ingo, Udo und Tobias machen eine Pause in der Taverne Remezzo. Später geht’s hoch zum Dorf und zum Hotel zurück.