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Minoan excavations of Acrotiri (c) T.Schorr
A nice break at Santorini (c) T.Schorr
Spring at Prophitis Ilias on Santorini (c) T.Schorr
Sunset over the volcano island of Nea Kameni (c)T.Schorr
St. George church at Santorini (c) T.Schorr
A lava rock on Santorini volcano island (c) T.Schorr
Sulfur crystals from Georgios crater on Nea Kameni volcano island (c) T.Schorr
Sonne, Meer und Vulkane
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Tag 2 der Wanderreise mit Tobias Schorr

Der rote Strand bei Akrotiri

Der rote Strand bei Akrotiri
Nach dem Frühstück am nächsten Tag geht es an der Küste von Akrotiri zum „roten Strand“. Dies ist ein im Sommer oft überfüllter Strand, der mehr und mehr dem Kommerz geopfert wird. Aber noch ist es einigermaßen ruhig und Tobias kann erklären, was es mit dem roten Gestein und dem auffällig rundlichem Hügel auf sich hat. Der Strand liegt vor einem ehemaligen Vulkanschlackenkegel, der in der Mitte auseinander geschnitten ist. Man kann noch gut den ehemaligen, nun felsigen Lavasee erkennen, der im Krater gekocht haben muss. In der bröckeligen Wand aus feinen Lavakörnern („Lapilli“) hängen Lavabomben, die bei Explosionen aus dem Krater flogen und eine aerodynamische Form annahmen.

Achat vom roten Strand

Achat vom roten Strand
Unten am Strand sucht Tobias nach kleinen Achaten. Er ist seit seiner Jugend eifriger Mineraliensammler und findet seltene Mineralien auch an Stellen, an denen sie keiner vermutet. Sein Blick ist nicht nur für seltene Steine geschärft. Gleich darauf entdeckt er einen gut erhaltenen Häutungsrest einer seltenen Schlange. Die sind auf Santorin extrem selten und ungiftig. Meist handelt es sich um die wunderschön gezeichnete Leopardnatter, die vom Aussterben bedroht ist. Der Weg führt bald an einem Steilhang entlang, der vor Urzeiten entstand, als die Gegend noch unter dem Meeresspiegel lag. Damals floss Lava unter dem Meer aus und hinterließ kissenförmige Ablagerungen („Pillow-Lava“), auf denen sich durch heiße, mineralreiche Lösungen Kieselsäureablagerungen sammelten. Achat und weißer Opal sind an vielen Stellen zu entdecken. Leider nicht in Edelsteinqualität oder viel zu klein für Tobias Sammelleidenschaft.
So sieht man nach dem Genuß der Maulbeeren aus...

So sieht man nach dem Genuß der Maulbeeren aus...
Bald geht’s über ein Feld, auf dem Pferde grasen und an der Kapelle Agia Markela vorbei. Auf einem Fahrweg spaziert die Gruppe bergauf. Am Rand gibt es interessante Schichten vulkanischer Asche und an einer Bimswand künstlich angelegte Höhlen. Kleine Trichter im Lavasand erregen die Aufmerksamkeit der Gäste. In ihnen spielen sich kleine Dramen ab, wenn mal wieder eine Ameise zu unvorsichtig war und in den kleinen Krater stürzte. Unten wartet gierig mit seinen Zangen der Ameisenlöwe, ein Insekt im Lavenstadium. Bei einem dunkelgrünen Baum entdeckt Tobias leckere, tiefrote Früchte. Diese Sorte ist an Aroma kaum zu übertreffen und alle versuchte vorsichtig die Beeren vom Baum zu pflücken. Leider sind diese eine „Fehlkonstruktion“ der Natur. Sie haben keine Sollbruchstelle und platsch hat man einen tiefroten Flecken auf der Kleidung und die Maulbeere zerplatzt. Die Hände sehen nach diesem kulinarischen Höhepunkt aus, als ob man ein blutiges Verbrechen begangen hat. Zum Glück haben sich alle nur an lecker süßen Beeren vergangen…
Ein Bauer drischt seinen Weizen

Ein Bauer drischt seinen Weizen
Auf dem Fahrweg geht’s zu einem Hügel, der vor Urzeiten durch eine aufsteigende Magmakammer gehoben wurde. Vorher war alles unter dem Meer. Auf dem Weg erkennt man an einigen Stellen kleine Lavaschlote und auch das rötlichbraune Dach dieser Magmakammer. Bei der Kapelle Taxiarches machen wir kurz Halt, um dort nach versteinerten Muscheln zu suchen, die im vulkanischen Tuff konserviert wurden. Leider hat ein Hund an der Kapelle ein Kaninchen gerissen und so hält es uns nicht lange dort. Da freuen wir uns lieber über die frische Luft und den Duft der Kapernbüsche, die wie tropische Blüten die Trockensteinmauern bedecken. Bald erreichen wir einen kleinen Bauernhof. Dort drischt ein Bauer mit einem Helfer den Weizen. Ein Anblick wie vor hundert Jahren! Auf dem runden Dreschplatz ist in der Mitte eine Achse und dort sind in der Reihe nach ihrer Größe drei kleine Esel und zwei Maultiere angebunden. Und sie laufen im Kreis über den Weizen. Ein Bild, das es vielleicht bald nicht mehr so zu sehen gibt, wenn diese Generation an Santorinern nicht mehr lebt.

In Korbfrom gebundene Weinrebe

In Korbfrom gebundene Weinrebe
Es geht bald über die Weinfelder weiter und immer wieder heben wir kleine, bläuliche Stücke calcedonüberzogener Lavastücke vom Boden. Auch diese Quarzverbindung wurde unterseeisch durch mineralreiche Thermen abgelagert. Auf den Feldern sieht man die, wie kleine Körbe am Boden gebundenen Reben. Im August ist dann Lese. Santorin-Wein sollte man vor Ort in typischen Tavernen genießen. Und da ist die Taverne von Kapitän Dimitris genau richtig. Ideal für eine erste Pause.

Der Leuchtturm von Akrotiri und Bims

Der Leuchtturm von Akrotiri und Bims
Später geht es weiter zum Kap Akrotiri mit einer Schlucht, über die in halsbrecherischer Weise ein Haus direkt an den Abbruchrand gebaut wurde. Es wird einem schon schwindlig, das aus sicherer Entfernung zu sehen. Wie man dafür eine Baugenehmigung erhält, ist ein Rätsel…
Nach zwanzig Minuten ist das Kap mit dem Leuchtturm von Akrotiri erreicht. Überall geht es steil zum Meer hinunter und auf einer kleinen Kuppe liegt blütenweißer Bims. Ein tolles Motiv mit dem Leuchtturm im Hintergrund. Auch geologisch gibt es viel zu sehen. Da ist der Bims, der ein durch explosive Gase zu Schaum aufgeblasenes Vulkangestein ist, Meeresablagerungen mit feinsten, fossilen Schwammnadeln, Reste von Lavaschloten und Asche. Der Leuchtturm ist auch ein beliebtes Ausflugsziel und so ist man hier selten allein. Alle paar Minuten kommen irgendwelche Motorräder oder Mietautos vorbei. Kaum einer der Besucher hat ein Auge für die geologischen Details, die Tobias erklärt.
Und auch die Aussicht ist grandios, denn man blickt tief in die Kaldera mit ihren hunderten Lava-Schichten. Und in der Mitte droht der jüngste Vulkan Griechenlands, der später noch besucht wird.

Süßigkeiten in Dimitris Taverne

Süßigkeiten in Dimitris Taverne
Doch jetzt geht erst mal zu Kapitän Dimitris Taverne zurück. Dort gibt’s frischen Fisch, leckere Tomatenpuffer und den santoriner Bauernsalat mit viel Kapern. Der Durst wird mit leckerem Inselwein gelöscht und zum Nachtisch hat Barbara, die Frau von Dimitris eine leckere Süßigkeit aufgetischt. Normalerweise kommt kaum ein Gast auf die Idee, was da so tief orange auf dem Tellerchen serviert wird. Aber diesmal sind die Gäste kulinarisch besonders gebildet und finden schnell heraus, dass es eine Karottenmarmelade ist. Jede der urigen Familientavernen auf Santorin hat ihre Spezialität. Die eine macht schmackhaften Hammelbraten, die andere die besten Tomatokeftedes und die dritte leckeren Fisch. Nur darf man nicht dort hingehen, wo die Touristen-Massen sind.
Nach dem Essen geht es über die Felder wieder zurück nach Akrotiri und am leckeren Maulbeerbaum vorbei.