Die Geschichte Santorins

Archäologische Entdeckungen von Santorin

Der Dreiecksplatz in der prähistorischen Ausgrabung von Akrotiri (c) Tobias Schorr
Der Dreiecksplatz in der prähistorischen Ausgrabung von Akrotiri (c) Tobias Schorr
Der goldene Widder aus der minoischen Ausgrabung von Akrotiri ist einer der wertvollsten archäologischen Funde der letzten 20 Jahre. (c) Tobias Schorr
Der goldene Widder aus der minoischen Ausgrabung von Akrotiri ist einer der wertvollsten archäologischen Funde der letzten 20 Jahre. (c) Tobias Schorr
Ein Gipsabguß eines Tisches aus der Zeit um 1627 v.Chr. (c) Tobias Schorr
Ein Gipsabguß eines Tisches aus der Zeit um 1627 v.Chr. (c) Tobias Schorr
Götterfiguren aus der Zeit um 2500 v.Chr.
Götterfiguren aus der Zeit um 2500 v.Chr.
Das minoische Panorama, das die Kaldera von Santorin in minoischer Zeit zeigt.
Das minoische Panorama, das die Kaldera von Santorin in minoischer Zeit zeigt.
Wandgemälde aus minoischer Zeit "Safran-Pfückerin"
Wandgemälde aus minoischer Zeit "Safran-Pfückerin"
Scherben aus der minoischen Zeit können auf Touren mit Tobias Schorr immer wieder gefunden werden.
Scherben aus der minoischen Zeit können auf Touren mit Tobias Schorr immer wieder gefunden werden.
Obsidian-Messer aus der minoischen Zeit können auf Touren mit Tobias Schorr immer wieder gefunden werden.
Obsidian-Messer aus der minoischen Zeit können auf Touren mit Tobias Schorr immer wieder gefunden werden.

War Santorin Atlantis?

Die Insel Santorin und viele andere, griechischen Inseln wurden schon mindestens seit 8000-9000 Jahren mit prähistorischen Booten und Schiffen von Menschen besiedelt. Manche Inseln wurden durch niedrigen Wasserspiegel während der Eiszeit eventuell auch eher erreicht. Somit kann man annehmen, dass es erste Siedlungen auf Santorin schon seit mindestens 3000-4000 v.Chr. gab. Gräber aus der Zeit um 2500 v.Chr. hat man ja schon gefunden.

Stück für Stück wurde die Insel besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Die Fischerei und der Handel spielten schon früh eine große Rolle und sicher wurde die sichere Bucht, der Kaldera als perfekter Naturhafen genutzt. Die Produkte der Insel waren sicher Wein, Kapern, Safran und eventuell auch Mineralien aus der Umgebung des Hafens Athinios. Dort kann man noch heute Stollen alter Bergbauanlagen erkennen.

In der Minoischen Zeit kam der Handel und die lokale Kultur zum Blühen und der Reichtum der Insel schlug sich in fast schon modernen Bauten und einer weit entwickelten Kunst nieder. Die Menschen pflegten ein sehr luxuriöses Leben und zogen sicher auch den Neid anderer Inseln auf sich. In erhaltenen Wandmalereien gibt es ja Hinweise auf kriegerische Ereignisse. Der Kontakt mit Kreta war intensiv und beeinflußte den Stil und die Kultur der Insel.

Auf Santorin muss es 5-7 Siedlungen gegeben haben, von denen nur die prähistorische Siedlung bei Akrotiri ab 1967 von Spyros Marinatos ausgegraben wurde, nachdem er ältere Aufzeichnungen von Archäologen studierte, die an der gleichen Stelle schon Entdeckungen machten.

Ein jähes Ende fand die Minoische Kultur auf Santorin um das Jahr 1627 v.Chr. als der Vulkan in derMitte der Kaldera gebrochen war. Die Minoer hatten wohl von der Katastrophe geahnt und waren durch Erdbeben gewarnt. Auf jeden Fall könnte es ihnen gelungen sein, die Insel rechtzeitig vor ihrer Zerstörung zu verlassen. Bis heute hat man in den Ausgrabungen keine Skelette gefunden.
Jedoch wurde auch erst ein sehr kleiner Teil der Siedlung in Akrotiri ausgegraben.

Da die Vulkankatastrophe mit enormen Tsunamis verbunden war, ist auch nicht sicher, ob die Santoriner damals nicht auch auf den Schiffen überrascht wurden. Auch die Glutströme bei den Eruptionen könnten die Menschen überwältigt haben, da die Glutströme mit Temperaturen von 100-500 C auch noch über mehrere Kilometer über die Meeresoberfläche jagen können.

Die Tsunamis zerstörten weite Küstengebiete im gesamten, östlichen Mittelmeerbereich. Durch sie wurde auch das Minoische Reich auf Kreta in eine Krise gestürzt, die dann von den Festlandsgriechen unter Theseus (aus Troizen) genutzt wurde, um den Minotaurus (=die Minoische Supermacht) zu überwältigen.

Danach gab es dann nur noch mykenische Reste auf Kreta. Santorin geriet in Vergessenheit, da die gesamte Insel mit ca. 40-60 Meter dicken Bims-Schichten bedeckt war. Da die Minoer sicher auch Handelsbeziehungen zu Ägypten hatten, wurden dort Berichte über sie dokumentiert.
Platon muss diese Textquellen gefunden haben und hatte daraus seine Idee von Atlantis entwickelt, dessen Untergang er als eine Strafe der Götter wegen unmoralischen Lebenstil sah.

Erst in antiker Zeit wurde Santorin wiederbesiedelt und auf dem Gipfel bei Perisa die antike Stadt Thera gegründet. Langsam kam das Leben nach Santorin zurück und es wurden Heiligtümer und kleine Orte gegründet, die zum Teil noch auf Ausgrabungen warten.

Im Mittelalter wurden durch die Venezianer die Dörfer weiterentwickelt und Festungen gebaut (Pyrgos, Emporio, Ia, Akrotiri, Thira). Die Gefahr von Seeräuberangriffen existierte täglich.
Das Leben der Santoriner war karg und ärmlich und dann mußten sie noch einen Teil ihrer Ernte an lokale Feudalherren abgeben. Das wurde auch in türkischer Zeit nicht besser. Wer konnte ging zur See oder wanderte aus.

Bis in die 1970 Jahre war Santorin eine ärmliche Insel, die noch unter den Folgen des schweren Erdbebens von 1956 litt. Erst ab ca. 1970 begann langsam der Tourismus und viele der damals armen Bauern verkauften ihren Grund an Hoteliers oder sie bauten selber. Inzwischen ist Santorin die bekannteste Insel in Griechenland und, wer rechtzeitig in den Tourismus investierte, ist heute reich.

Inzwischen gerät auch auf Santorin der Tourismus langsam in die Krise. Zu viele Hotels wurden gebaut, ohne dass die Infrastruktur solch eine Masse an Gästen vertragen könnte. Es gibt ein akutes Müllproblem, die Sicherheit ist durch schlechte Strassen und unzureichende ärztliche Versorgung fragwürdig. Masse bedeutet nicht gleichzeitig großen finanziellen Erfolg. Man sieht viele Touristen, die von All-Inclusive-Kreuzfahrtschiffen kommen. Sie verstopfen mit den Bussen die Strassen und hinterlassen außer viel Müll nur wenig Gewinn für die lokale Bevölkerung...