Minoische Ausgrabung Akrotiri

  • Minoische Ausgrabung
    Das minoische "Pompeji" beim Dorf Akrotiri

    Entdecken Sie bis zu zwei-dreistöckige Häuser aus der Zeit von vor 1627 v.Chr.!

Eine prähistorische Stadt - konserviert durch einen Vulkan

Die Häuser am "Dreiecksplatz" gehörten sicher zu reichen Händlern (c) Tobias Schorr
Die Häuser am "Dreiecksplatz" gehörten sicher zu reichen Händlern (c) Tobias Schorr

Schon um 1886 stieß man in den Bims-Abbau auf Thirasia und der Hauptinsel Thera auf geheimnisvolle Mauerreste am Fuß der Bimsschichten. Bald kamen internationale Geologen dazu und erforschten den Ursprung der riesigen Bimsvorkommen. Bims ist bis heute ein wichtiges Naturprodukt, mit dem man unter Wasser härtenden Zement gewinnt. Dieser Zement war wichtig beim Bau des Suez-Kanals.

Fouqué und andere Geologen erforschten darauf hin die Vulkaninsel in der Mitte der Kaldera von Santorin, die zu der Zeit immer wieder ausbrach. Nea Kameni war das ideale Forschungsfeld für Vulkanologen.

Mit den neuen Erkenntnissen kamen auch die ersten Archäologen nach Santorin und einer versuchte sogar in der Nähe der heutigen Ausgrabungen eine Genehmigung zur Grabung zu erhalten. Erfolglos verließ er das Feld... Nur oberflächennahe Mauern und Scherben zeigten ihm, dass er auf der richtigen Spur war.

Wer die geführten Touren durch die Ausgrabungsstätte in Akrotiri mitmacht, wird von den griechischen, zertifizierten Führern immer wieder hören, dass der Grieche Spyros Marinatos die prähistorische Stätte "entdeckt" habe. Das ist nicht ganz richtig, denn schon vor ihm waren Archäologen auf Reste gestoßen und er nutzte ihr Wissen + Verbindungen, um 1967 beim Dorf Akrotiri mit Ausgrabungen zu beginnen.

Er hatte einen Erfolg, der mit den Entdeckungen von Heinrich Schliemann zu vergleichen ist. Er grub eine Stadt mit kompletter "moderner" Infrastruktur aus. Die Funde seines Teams werden noch Generationen von Forschern beschäftigen.

Gefunden wurden bis zu dreistöckige Häuser (dies war in jener Zeit gar nicht so ungewöhnlich, da man in Persien, Assyrien und Babylon schon damasl mehrstöckig baute), Kanalisation, Wandgemälde, religiöse Gegenstände, Küchen, Küchenutensilien, verkohlte Nahrungsmittel und  sogar einen kleinen goldenen Widder.

Ein guter Test für die "offiziellen Führer" ist immer die Frage, wann Akrotiri "zerstört" wurde. Eigentlich müßte man sagen, wann es "konserviert" wurde.
Hört man dann vom Guide "1500 v.Chr." wurde die Stadt Akrotiri durch den Vulkan zerstört, so weiß man, dass der Reiseleiter nicht "up to date" ist.

Vor etwa 15 Jahren entdeckte der deutsche Geologe & Vulkanologe Dr. Tom Pfeiffer bei seinen abenteuerlichen Wanderungen in den Steilwänden der Kaldera Santorins tiefe Löcher in den Bimsfelsen. In einem konnte er einen verkohlten Olivenbaum entdecken, an dessem Fuß sogar noch die verkohlten Blätter lagen. Er konnte einen großen Ast bergen und der wissenschaftlichen Forschung zuführen. Durch die C-14-Methode konnte das Alter des Baums auf ca. 1627 v.Chr. datiert werden. Er muß also in dieser Zeit von Bims bedeckt worden sein. Durch Tom Pfeiffers Entdeckung kann man also die Eruption des prähistorischen Vulkans relativ genau eingrenzen, nämlich mehr als 100 Jahre früher, als das Geschwätz von wegen "der Vulkan brach 1500 v.Chr. aus"

Diese neue Datierung stieß natürlich nicht auf große Gegenliebe, denn man muß nun viele Daten neu berechnen und manches passt einfach nicht mehr. Denn überall, wo im östlichen Mittelmeerraum prähistorische Reste vom Santorin-Bims bedeckt sind, ist alles darunter mehr als hunder Jahre älter, als man früher annahm.

Die Ausgrabung von Akrotiri ist absolut sehenswert und 12 Euro Eintritt sind nicht zu viel verlangt. Die frühere Überdachung war deutlich häßlicher und jetzt ist alles besser zu sehen und hell.