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Minoan excavations of Acrotiri (c) T.Schorr
A nice break at Santorini (c) T.Schorr
Spring at Prophitis Ilias on Santorini (c) T.Schorr
Sunset over the volcano island of Nea Kameni (c)T.Schorr
St. George church at Santorini (c) T.Schorr
A lava rock on Santorini volcano island (c) T.Schorr
Sulfur crystals from Georgios crater on Nea Kameni volcano island (c) T.Schorr
Sun, Sea and Volcanoes
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Tag 4 der Santorinreise mit Tobias Schorr

Ein kleiner Widder aus Gold aus den Ausgrabungen von Akrotiri (Foto: T.Reimers)

Ein kleiner Widder aus Gold aus den Ausgrabungen von Akrotiri (Foto: T.Reimers)
Tobias Lieblingswanderung startet im Hauptort der Insel Santorin. Thira ist das wichtigste Touristen-Ziel. Und das merkt die Gruppe gleich beim Ausstieg am Busplatz. Mengen an Touristen drängen sich durch die Gassen und werden von windigen Reiseleitern in die Juweliergeschäfte geleitet. Tobias und seine Gäste ziehen da das neue archäologische Museum vor. In ihm gibt es gleich am Anfang einige interessante, geologische Schätze. Vor einigen Jahren hat man in einem Steinbruch bei Thira versteinerte Abdrücke von Palmen, Oliven und Myrteblättern in ca. 30.000 – 60.000 Jahre alten Ascheschichten entdeckt. Sogar Parasiten konnte man noch auf Olivenblättern feststellen! Weiter geht es an einer Vitrine mit sogenannten Kykladen-Idolen, kleine, einfache figürliche Darstellungen von Göttergestalten. Diese kleinen Marmor-Figuren sind schon in der Zeit vor 2500 v.Chr. ein künstlerisches Zeugnis der Ureinwohner von Santorin. Tobias zieht es besonders zu einer Vitrine, in der man minoische Opfergefäße in Form von Schweineköpfen ausstellt. Ähnliche Gefäße hat man auf Tobias ehemaliger Wahlheimat Methana aus mykenischer Zeit (ca. 1600-1200 v.Chr.) entdeckt. Ein deutliches Zeichen, wie sehr die beiden konkurrierenden Kulturen Griechenlands Ähnlichkeiten haben.  Und später, nach dem Sieg über König Minos auf Kreta, übernahmen die Festlandsbewohner der Peloponnes, die Mykener die Macht über das Mittelmeer und seine Nachbarregionen. Neben den wunderschönen, minoischen Wandmalereien führt Tobias die Gruppe am Ausgang des Museums noch zu einem sensationellen Fund der letzten Jahre. Man hatte in den Ausgrabungen in Akrotiri einen kleinen Widder aus purem Gold gefunden – einer der wenigen, Gold-Funde. Die meisten Wertgegenstände hatten die Bewohner der vorgeschichtlichen Stadt bei ihrer Flucht vor dem Vulkan mit sich genommen.
Das Ausgrabungsgelände bei Akrotiri (Juni 2008)

Das Ausgrabungsgelände bei Akrotiri (Juni 2008)
Leider ist die Ausgrabung der minoischen Stadt bei Akrotiri seit dem Einsturz des neu und mit Eu-Mitteln errichteten Schutzdaches geschlossen. Damals starb ein englischer Tourist und seitdem tut sich nichts mehr. Einer schiebt die Schuld für den Einsturz auf den anderen. Was war die Ursache für den Einsturz? Man wollte das neue Dach „ökologisch“ gestalten und bedeckte Teile davon mit einem Rasen. Dieser muss natürlich gegossen werden. Und Wasser ist schwer. Da hat man wohl in den statischen Berechnungen diese zusätzliche Belastung nicht eingerechnet. Oder das Baumaterial der Träger war von minderer Qualität und brach vor dem berechneten Punkt. Immer wieder wird am Bau gepfuscht, weil jemand mehr Profit machen will, als in den Verträgen zugesichert ist. Und da wird an den wichtigsten Stellen gespart. Ob und wann die ganze Wahrheit über die Ursachen dieses Unfalls an das Tageslicht kommen wird, ist eine große Frage.
Rekonstruktion eines minoischen Schiffs

Rekonstruktion eines minoischen Schiffs
Als Alternative zur Besichtigung der berühmten Ausgrabung, nutzen Tom und Tobias bei ihren Touren das Nomikos-Ausstellungszentrum im oberen Teil Thiras. Dazu geht es erst mal durch die Masse, die aus den Kreuzfahrtschiffen nach oben in die Shop-Gasse geleitet wird. Pro Tag können 3-6 riesige Kreuzfahrtschiffe ihre menschliche Ladung hier ausspucken. Eine Masse konsumwütiger, wenig informierter Gäste wird in Läden gelotst, mit denen die jeweiligen Reiseleiter Verträge haben. Die Zeche zahlt der Gast. In Thira merkt man das am Preisniveau. Da kann ein einfacher Filterkaffee schon mal das Doppelte von Athen kosten. Tobias kennt das und wandert mit den vier Gästen zielstrebig an der überfüllten Seilbahnstation vorbei. Es wird etwas steiler und schon ebbt der Strom der Touristen ab. Jetzt trifft man fast nur noch auf Leute, die entweder auf Santorin im Hotel wohnen, Wanderer und Einheimische. Bald ist das rötliche Gebäude erreicht, dass ein reicher Reeder der Insel als Konferenz- und Ausstellungsgebäude vermacht hat. Dort hat man vor einigen Jahren eine Ausstellung der minoischen Wandmalereien eröffnet. Natürlich sind es keine Originale. Die sind zum Hauptteil im Nationalmuseum in Athen. Aber mit einer speziellen Fototechnik der Firma Kodak hat man Fotoreproduktionen der Malereien auf einem speziellen Fotomaterial gemacht. Dabei lässt sich die Fotoschicht später auf eine dreidimensionale Unterlage übertragen und eine fast naturgetreue Reproduktion entsteht. Bis vor 2-3 Jahren sah alles fast wie die Originale aus. Irgendwas muss man allerdings mit der Klimatisierung der Räume falsch gemacht haben. Inzwischen hat die Fotoemulsion deutliche Trockenrisse bekommen und man erkennt, dass es sich „nur“ um Kopien handelt. Trotzdem ist die Ausstellung sehenswert. Denn so nahe kommt man den Originalen im Nationalmuseum in Athen nicht. Und viele der Gemälde sind auch nirgends ausgestellt.
Bevor alle die Ausstellung verlassen, bleibt noch ein Blick auf Fotos, die bei den Ausgrabungen in Akrotiri um 1970 gemacht wurden.

Die Kapelle Profitis Ilias

Die Kapelle Profitis Ilias
Bald geht es auf dem Kalderaweg weiter nach Firostefani mit seinen Luxushotels an der steilen Kalderawand. Nach Imerovgli sind die Wanderer dann unter sich und genießen den Blick auf den meergefüllten Kraterkessel von Santorin. Am Wegrand duftet Thymian und irgendwo hat ein Bauer ein Maultier geparkt. Nach etwa einer halben Stunde erreichen Udo, Ingo, Tagmar, Traude und Tobias den Gipfel des kleinen Vulkans Profitis Ilias mit einer hübschen Kapelle. Dort werden wegen der großartigen Lage viele Hochzeiten gefeiert. Quasi „Hochzeit auf dem Vulkan“, denn hier war vor mehr als 60.000 Jahren der Gipfel eines Kraters. Heute ist die Hälfte davon im Meer versunken. Inzwischen hat man den Wanderweg mit einem Steinplattenweg aufwändig erneuert und quasi eine „Wanderautobahn“ geschaffen. Gar nicht so schlecht, denn nun hat man mehr Möglichkeiten die Landschaft zu genießen und muss nicht dauernd aufpassen, wohin man tritt.
Extrem seltenes Pyroxen-Kristall aus einem santoriner Skarn

Extrem seltenes Pyroxen-Kristall aus einem santoriner Skarn
In der Mitte dieser Wanderroute befindet sich an der Strasse ein kleiner Wohnwagen, den Pavlos zu einem Café umgebaut hat. Er lebt dort fast das ganze Jahr über und bietet frischen Orangensaft und selbstgemachten Nusskuchen an. Immer ein idealer Zwischenstopp!
Danach hat man wieder genug Energie, um die Vulkane Mavro Vouno und Kokkino Vouno zu besteigen. Bis zu ihnen sind es nur ein paar hundert Meter. Tobias schaut mit scharfem Blick die Steinmauern am Wegrand an, denn vor einem Jahr hat er dort ein seltenes Stück Skarngestein mit großen, grünen Pyroxenkristallen gefunden. Ein extrem seltener Fund auf Santorin! Skarn ist etwas ganz Besonderes, denn er entsteht, wenn ein Kalkfelsen in eine Magmakammer gerät. Dort wird er unter hohem Druck und hohen Temperaturen zu diesem hellgelben, körnigen Gestein umkristallisiert, das dann reich an Granat, Pyroxen oder anderen seltenen Mineralien ist. Tobias Schorr findet auf fast jeder Wanderstudienreise seltene Mineralien, archäologische Fundstücke oder seltene Pflanzen. Als Mineraliensammler hat er schon früh seine Augen für die feinsten Details trainiert.

Antike Scherbe (ca. 700 v.Chr.!)

Antike Scherbe (ca. 700 v.Chr.!)
Er geht mit seinen Gästen zur Kapelle Zoodohos Pigis (griech. = „lebensspendende Quelle“), macht ein paar Fotos und dann führt er die Wanderer zu einer Stelle, an der er immer wieder archäologische Reste aus minoischer und klassischer Zeit entdeckt. Meist sind es Scherben mit Linien oder einfachen Verzierungen. Bein einer vorherigen Santorin-Tour entdeckte ein 16 Jähriges Mädchen eine Scherbe mit einem Tänzer auf einer schwarzfigurigen Scherbe aus der Zeit um 700 v.Chr. Alle diese Entdeckungen bezeugen, dass auf und um den Gipfel des Mavro Vouno in antiker und vorgeschichtlicher Zeit Heiligtümer gewesen sein müssen. Vielleicht würden systematische Ausgrabungen hier neue Erkenntnisse über die Besiedlungsgeschichte Santorins bringen…
Vom Mavro Vouno genießt man auch eine wunderschöne Aussicht. Unter ihm erstreckt sich in nördlicher Richtung das schönste Dorf Santorins. Ia ist auf allen Postkarten zu finden. Und von hier oben hat man einen tollen Blick auf den Sonnenuntergang. Kurz davor erreicht die Gruppe die Windmühle von Ia und bei Spyros und seiner Familie erholen sich alle bei leckeren Souvlaki-Spießen und einem Glas Mythos-Bier von den Strapazen.